
Braunvieh-Nachzuchtschau anläßlich der Jungzüchterschau am 02.04.2005 in Buchloe Anläßlich der mit viel Engagement und Können von den Braunvieh-Jungzüchtern organisierten Schau am 02.04.05 in Buchloe wurden 7 Nachzuchtgruppen von aktuell interessanten deutschen Braunviehbullen präsentiert. Unter den insgesamt sehr ansprechenden Nachzuchtgruppen stach eine besonders hervor: Die 6 Töchter des Bullen ETVEI, der im Februar als interessantester Newcomer aus der Zuchtwert-schätzung hervorging, bestachen durch ihre Eleganz und Ausdrucksstärke und zogen die Zuschauer in der Schwabenhalle in ihren Bann. Sie präsentierten sich duchwegs sehr rahmig mit viel Länge und idealer Tiefe und Stärke. Wie mit dem Lineal gezogen wirkte die straffe Oberlinie. Bei sehr harmonischem Bewegungsablauf im Ring zeigten die Etvei-Töchter eine gute Hinterbeinwinkelung und korrekte Fesseln. Lediglich die Trachten hätten etwas höher sein können. Im Euter brillierten die Etvei-Töchter mit viel Lebhaftigkeit und Ausstrahlung. Bei korrektem Voreuteransatz, deutlich sichtbarem Zentralband und einem gewünschten Euterboden fielen insbesondere die extrem breiten und hoch angesetzten Hintereuter auf. Im Merkmal Hintereuter haben wir sicherlich schon lange nicht mehr einen derartig guten Vererber im Wiedereinsatz gehabt. In der Leistung zeigten die Etvei-Töchter die nächste Stärke von Etvei: Mit durchschnittlich etwa 2.900 kg in den 100-Tage-Leistungen konnten sie das Leistungs-potential ihres Vaters unterstreichen. Wurde Etvei schon nach der Februar-Zuchtwertschätzung mit hohen Erwartungen bedacht, so dürfte er nun als absoluter Topvererber der deutschen Braunviehzucht betrachtet werden und in den nächsten Monaten ganz oben in der Besamungsliste stehen.  | | Etvei - der Topvererber | | Mit VINNER konnte ein weiterer Spitzenbulle der Topliste auf der Nachzuchtschau in Buchloe überzeugen. Seine 6 Töchter (5 Erstkalbs- und eine Zweitkalbskuh) demonstrierten nachdrücklich das Vererbungsprofil von Vinner: Gut mittelrahmige Kühe mit viel Substanz, korrekt gelagerten und sehr breiten Becken. Die bereits einige Zeit in Milch stehenden Vinner-Töchter zeigten etwas mehr Fleisch auf den Rippen und eine sehr gute Fitness. Im Fundament bestätigten sie die besondere Stärke von Vinner, der feste Fesseln und hohe Klauentracht sowie trockene Sprunggelenke bringt. Außerdem konnte die Drüsigkeit der Euter und der Voreuteransatz gefallen. Wie schon im linearen Profil deutlich wird, waren die Hintereuter nicht ganz hoch und breit genug angesetzt. Das Zentralband hätte ebenfalls etwas stärker ausgeprägt sein können. Sehr ansprechend dagegen waren die Strichstellung und die Strichlänge, die bei den 6 ausgestellten Vinner-Töchtern eher etwas kürzer als in der linearen Beschreibung waren. Die Gruppe bestätigte eindrucksvoll die herausragenden Fähigkeiten Vinners hinsichtlich ihrer Funktionalität. Vinner bleibt damit unsere Topempfehlungen für Kreuzungsbesamungen, insbesondere auf Holsteins. Neben Vinner wurden gleich zwei weitere Nachzuchten von Vererbern gezeigt, die aus der Zuchtstätte des Betriebes Berkmiller-Schön stammen: JUFAST und DIEGO. Der Jupiter-Sohn JUFAST, der wie Vinner aus der Strifast-Tochter Herrin stammt, bestätigte nochmals die Qualitäten dieser Kuhfamilie in puncto Funktionalität. Seine 4 Zweitkalbs- und 1 Erstkalbs-tochter unterstrichen, daß Jufast spätreife Kühe mit viel Entwicklungspotential macht. Im Gegensatz zur linearen Beschreibung standen die 5 Kühe im mittleren Rahmen und wiesen viel Substanz auf. Auffällig waren die trockenen Fundamente sowie die gute Euteraufhängung. Im Hintereuter zeigten sich die Schwächen von Jufast bei wenig Breite und Höhe. Das Zentralbband hätte noch etwas deutlicher hervortreten dürfen, die Strichplazierung war insgesamt korrekt, die Länge variierte jedoch ein wenig.  | | Jufast | | DIEGO ist ein Denmark-Sohn aus Simon-Hedina und somit ein Halbbruder zu Simvitel. Allein die Tatsache, daß aus den wenigen bisher in Deutschland abgekalbten Töchtern bereits eine Nachzuchtgruppe gezeigt werden konnte, spricht für den Bullen. Seine 5 Töchter konnten einen Voreindruck über Diego geben, sollten aber noch nicht überbewertet werden. Insgesamt zeigten sie sich rahmig mit genügend Körper und korrekt geneigten Becken. Fesseln und Trachten waren korrekt, die Sprunggelenke hätten etwas klarer sein können. Sowohl Vor- als auch Hintereuter waren überwiegend gut angesetzt. Nicht ganz befriedigend zeigte sich die Strichplazierung und –ausrichtung. Mit viel Spannung wurde auch die Nachzuchtgruppe von PLAYER erwartet. Seine 6 Töchter (4 am Ende der ersten Laktation, 2 in der 2. Laktation) waren wie die von Etvei sehr rahmig und lang, wiesen jedoch nicht ganz so viel Tiefe auf. Sie wirkten sehr jugendlich und frisch und zeigten sich äußerst milchtypisch. Auch bei Player konnten die sehr straffe Oberlinie und die gut gelagerten Becken gefallen. Die Fundamente waren bis auf eine Ausnahme sehr trocken und korrekt. In der Euterqualität stachen die lang angesetzten Voreuter besonders hervor, aber auch die Hintereuter waren hoch und breit angesetzt. Das Zentralband sorgte für guten Halt und eine deutliche Viertelung, ist aber im Hintereuter nicht mehr sichtbar gewesen. Dies ist sicherlich der Grund für die negative Beschreibung im linearen Profil, die nicht überwertet werden sollte. Die Striche waren korrekt angesetzt, bei 2 Kühen fielen die etwas längeren Vorderzitzen auf.  | | Player | | ETPAT konnte mit seiner 7-köpfigen Nachzuchtgruppe demonstrieren, daß seine als sehr kleinrahmig beschriebenen Töchter deutliches Entwicklungspotential aufweisen. Insbesondere die 4 Zweitkalbskühe haben sich hervorragend weiterentwickelt, so daß sie nur noch als knapp mittelrahmig zu bezeichnen sind. Die gesamte Gruppe zeigte sich recht homogen, es fehlte ihr lediglich etwas Tiefe und Stärke. Auffällig waren das feine Skelett und die feine Haut; Beleg für die Milchleistungsqualitäten ihres Vaters. Sprunggelenke und Fesseln präsentierten sich sehr korrekt, die Trachten hätten etwas höher sein können. Bei den Eutern gefiel vor allem die Drüsigkeit und der Voreuteransatz. Neben einem deutlich sichtbaren Zentralband waren auch die Hintereuter überwiegend gut angesetzt. Die Strichplazierung war hervorragend, allerdings fielen 2 Kühe mit längeren Zitzen auf. Eine positive Überraschung stellte die Nachzuchtgruppe von EDISON dar. Dieser Ensign-Sohn aus Vinos-Adria war mit 5 Töchtern vertreten, die eine harmonische Gruppe bildeten. Im Gegensatz zur linearen Beschreibung zeigten sie genügend Rahmen, eine gute Länge und eine korrekte Oberlinie. Die Fundamente präsentierten sich insgesamt korrekt. Die hoch und fest aufgehängten Euter hätten noch etwas mehr Lebhaftigkeit zeigen können. Die Striche waren korrekt plaziert und überwiegend recht kurz. Leider vererbt Edison wie fast alle Ensign-Söhne sehr negativ in den Inhaltsstoffen, so daß er nur begrenzt zum Einsatz kommen dürfte. Abschließend ist allen Verantwortlichen der Schau und an dieser Stelle ganz besonders den engagierten Jungzüchtern ein großes Lob für das gute Gelingen der Schau, der Elite-Auktion und der Nachzuchtschau auszusprechen. So muß uns um die Zukunft der deutschen Braunviehzucht nicht bange sein. |