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Etvei Tibe

Am 06.07.2006 bekamen wir in Anschluß an die NRM-Schau in Holland Besuch von unserem neuseeländischen Brown Swiss-Partner. Cees van Baar, Geschäftsführer von Samen NZ, wollte sich aus Anlaß der in diesem Jahr vereinbarten Zusammenarbeit mit Spermex in der Vermarktung deutscher Brown Swiss-Bullen in Neuseeland einen eigenen Eindruck über die deutsche Braunviehpopulation machen.
Zunächst stand der Besuch der Besamungsstation Memmingen auf dem Programm, wo u.a. die Bullen Etvei und Hunize besichtigt wurden, die seit dieser Saison im Programm von Samen NZ verfügbar sind. Cees zeigte sich vor allem beeindruckt von Etvei, der mit seinem aAa code 654312 weltweit ein außergewöhnlicher Bulle ist.


Anschließend wurden mehrere Braunviehbetriebe im Gebiet Kempten und Kaufbeuren besichtigt, um einerseits einen Eindruck vom Potential des deutschen Braunviehs zu geben und andererseits das Vererbungsmuster von Hunize und Etvei in der Praxis wiederzugeben. Es wurden jeweils 5 Töchter angeschaut, die für beide Bullen ein einheitliches Bild abgaben. Die Etvei-Töchter befinden sich nun überwiegend am Ende der zweiten Laktation und haben sich hervorragend weiterentwickelt. Bereits auf der Bundes-Braunviehschau in Buchloe 2005 konnte Etvei mit seiner Töchtergruppe die Zuschauer begeistern. Die Etvei-Töchter sind aber auch im Alltagsgeschehen auf den Betrieben eine Ausnahmeerscheinung: 4 der 5 besichtigten Etvei-Töchter stellten in ihren Herden die Spitzenkühe dar, und das, obwohl sie aus dem Prüfeinsatz stammten. Etvei-Töchter sind rahmige, lange Kühe mit einer tiefen Rippe und insgesamt trockenen Fundamenten. Lediglich die linke Hinterbeinfessel der angeschauten Töchter war nicht immer korrekt und die Trachten könnten etwas höher sein. Die drüsigen Euter waren hervorragend aufgehängt und der Euterboden hat sich mit dem zweiten Kalb kaum verändert. Die Strichstellung war ideal. In fast allen besuchten Betrieben an diesem Tag gab es bereits Etvei-Kälber aus dem Zweiteinsatz, und die Betriebsleiter zeigten sich sehr zufrieden mit deren Vitaliät.


 

Die Hunize-Töchter waren dagegen deutlich kleinrahmiger, wobei sie genügend Substanz und eine gute Rippe zeigten. Sie waren sehr funktionelle Wirtschaftskühe mit einer guten Leistungspersistenz nach verhaltenen Einsatzleistungen und z.T. extrem hohen Eiweissprozenten. Besonders hervorzuheben sind die trockenen Fundamente der Hunize-Töchter. Die Euter zeigten etwas mehr Volumen als gewünscht, waren aber fest genug aufgehängt und vor allem sehr drüsig. Die Strichstellung war sehr korrekt. 

 Hunize Tochter Loma

 


Beide Bullen unterstrichen mit den gezeigten Töchtern Ihr Vererbungsprofil, wobei sich Cees insbesondere für die Etvei-Töchter begeisterte, aber anmerkte, dass andererseits ein Vererber wie Hunize genau die Eigenschaften besitzt, die in Neuseeland gefragt sind. Daher ist es kein Wunder, dass Hunize bereits viel Aufmerksamkeit in Neuseeland erzielt hat, wo er während des Testeinsatzes in kleinerer Dosenzahl mit geprüft wurde. Neben Etvei und Hunize stehen in Neuseeland in der nun beginnenden Besamungssaison mit Vinner ein weiteres Allroundtalent sowie der Vinozak-Sohn Video als Prüfbulle aus Deutschland zur Verfügung. Wir wünschen den neuseeländischen Züchtern damit genauso ein gutes Händchen wie seinerzeit mit Hunize.