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Heron-Mutter Viola

Am 18.August 2006 konnten in nur zwei Stunden 7 Töchter des Bullen Heron auf ebenso vielen Betrieben im Raum Wasserburg am Inn besichtigt werden. Herr Dürrwächter von der Besamungsstation Bauer hat diese Tour für den Tiroler Fleckviehzuchtverband kurzfristig organisiert. Heron ist nach einem Anstieg um 4 Punkte im Gesamtzuchtwert momentan der bestplatzierte Henry-Sohn. Mutters-Vater Steffen war ein breit eingesetzter Kalbinnen-Bulle mit sehr guter Exterieur-Vererbung. Henry ist frei von Redad-Blut, führt aber mütterlicherseits RH-Genetik durch den MMV- Bullen Hau-RH.

Die 7 besichtigten Töchter stehen zur Hälfte in Anbinde- und Laufställen mit sehr unterschiedlichem Leistungsniveau. Sie befinden sich alle im fortgeschrittenen Laktationsstadium mit entsprechend den unterschiedlichen Herdenlevel gestreuten 100-Tage Leistungen bis zu 3.118 kg bei knapperen Inhaltsstoffen.
Die gut geschlossenen Jungkühe präsentieren sich gut mittelrahmig bis groß mit auffallend tiefer Rippe. Sie sind sehr elegant und deutlich milchtypisch, aber ihre Bemusklung ist der Futtergrundlage (Grünfutter) angemessen. Die RH-Genetik beeinflusst Bemusklung und Typ der Tiere nicht, zeigt sich aber in der vorhandenen Eleganz und eher ebenen Beckenlage.
Das Fundament der Tiere überzeugt mit straffer Fesselung, gutem Winkel, hoher Klauentracht und trockenen Sprunggelenken - wie es die lineare Beschreibung nicht anders erwarten lässt. Nur bei einer Tochter wurde eine Schwäche in der rechten Fessel festgestellt, diese große Jungkuh steht auf einem Kurzstand in Anbindung.
Da ein Teil der Tiere erst während oder kurz nach dem Abendmelken angetroffen wurde, kann die drüsige Textur der kleinen, gut angesetzten Euter voll bestätigt werden. Außerdem besticht bei allen Töchtern ein flacher Übergang von Baucheuter in Bauchdecke. Die Viertelverteilung ist sehr gleichmäßig, ein hoher Euterboden und ein gut ausgeprägtes Zentralband sind allen besichtigten Töchtern gemeinsam. Eine gewisse Streuung wurde in der Strichlänge beobachtet. Einziger kleiner Makel der Heron-Euter ist die Strichstellung. Bei zwei Töchtern sind die Zitzen hinten etwas weiter außen platziert, den Gesamteindruck einer sehr guten Eutervererbung mindert dies aber nicht.

Die Heron-Töchter sind einheitlich funktionelle Kühe mit bestem Fundament und Euter. In der Milchmenge sollte bei der Anpaarung auf mütterlicher Seite etwas vorgehalten werden, da sich die derzeitige gute Entwicklung der Persistenz erst in weiteren Schätzungen bestätigen muß und die Einsatzleistung der eher spätreifen Tiere etwas streuen. Heron-Töchter kombinieren gute Melkbarkeit mit sehr guten Zellzahlwerten. Der Outcross-Bulle wurde leider bereits geschlachtet, aber Sperma ist ausreichend verfügbar. Sein paternaler Kalbeverlauf von 110 ermöglicht bei sehr guten absoluten Zahlen in 431 weiteren Kalbungen einen Einsatz auch auf Kalbinnen.