
Zuchtverantwortliche aus Deutschland und Österreich hatten am 24. und 25. Mai die Gelegenheit Töchter der Bullen Romtell, Rosonn und Rochus in Ställen im Gebiet des Besamungsvereins Neustadt/Aisch zu begutachten. Frau Hefner, BVN, stellte für den ersten Tag eine Tour zu Rosonn-Töchtern in Oberfranken und der Oberpfalz, sowie an der Strecke liegenden Romtell-Töchtern zusammen. Der zweite Tag führte nach Mittelfranken, rund um Neustadt/Aisch und Nürnberg wurden 7 Töchter des Rochen-Sohnes Rochus besucht. ROMTELL Die Romtell-Töchter befinden sich jetzt mehrheitlich am Anfang der zweiten Laktation, ein Teil der aktuell vorgestellten Tiere war zudem im Oktober auf der VFR-Schau in Bayreuth gezeigt worden. Diese Töchter zeigen jetzt sehr anschaulich die Entwicklungsfähigkeit der Romtell-Nachzucht: Während die Gruppe nach dem ersten Kalb ein wenig unfertig wirkte und in den Übergängen etwas Harmonie fehlte, so konnten sich die Tiere im Laufe der ersten Laktation und folgender Trockenstehzeit sehr zu ihrem Vorteil weiterentwickeln. Insgesamt sind 6 Töchter gezeigt worden, 3 davon im Stall des Romtell-Züchters Hofmann, Mitwitz. Vier der Töchter haben bereits das zweite Mal gekalbt und befinden sich in bei aktuellen Leistungen zwischen 32 und 36 Litern in der ersten Phase der 2. Laktation. Ihre Erst- Laktationen schlossen sie mit Leistungen zwischen 7.059 kg und 8.756 kg zum Teil sogar deutlich über dem jeweiligen Herdenniveau liegend ab. Die beiden weiteren Kühe sind altmelkend und kurz vor dem Trockenstellen, sie beweißen beispielhaft die drüsige Textur der Romtell-Euter. Insgesamt sind die Romtell-Zweitkalbskühe jetzt mittelrahmige, körperhafte Tiere mit überdurchschnittlicher Bemusklung. Nur eine vorgestellte Tochter sticht im Rahmen heraus, sie überragt ihre 2 Halbschwestern im Züchterstall Hofmann deutlich und zeigt, dass der Romel-Sohn bei Anpaarung an rahmige Grundlage auch entsprechend Rahmen hinterlässt. Die Becken sind korrekt gelagert, entsprechend der linearen Beschreibung eher etwas kürzer. Das Fundament der funktionellen Tiere ist weitgehend korrekt, bei zwei Töchtern in der Fessel etwas federnd. Die Romtell-Töchter zeichnen sich durchgehend mit hoher Klauentracht aus. Ansprechend ist die Eutervererbung des Bullen. Während aus Bayreuth die Tiefe der etwas vorderviertelbetonten Euter in Erinnerung blieb, so hat die Leistungssteigerung in der zweiten Laktation den Eutersitz nicht negativ beeinflusst. Die besichtigten Töchter zeigen einheitlich sehr funktionelle, gut ausgebildete Euter mit tadelloser Strichstellung.  |  | Romtell-Tochter Flicka | Romtell-Tochter Goleo | Im Stall des Romtell-Züchters präsentierte sich Goleo, Champion jung der VFR Schau in Bayreuth von ihrer besten Seite. Die elegante Jungkuh besticht mit einem tollen Fundament und perfektem Euter, das zu Recht mit der Höchstnote 9 bewertet ist. Ebenfalls noch in der Hofmann Herde stehend sind Mutter des Bullens, die körperhafte Zitat-Tochter Kudi, mit sieben Kälbern und Großmutter Klio, eine typische Horb-Tochter im mittleren Rahmen nach 10 Kälbern. Romtells Urgroßmutter Korona ging zwei Wochen zuvor ab.  | Die Kuhfamilie von Romtell: Kudi, Klio und Korona - Langlebigkeit und Fitness ! | ROSONN Während die Romtell-Töchter in Oberfranken zu finden sind, wurde der Rogen-Sohn Rosonn mehr in Richtung Oberpfalz getestet. Sechs seiner Töchter in der ersten Laktation konnten am gleichen Tag parallel bzw. anschließend gesehen werden und überraschten die Teilnehmer der Tour mit bestem Exterieur, insbesondere Euter. Die größtenteils rot-gescheckten Jungkühe befinden sich mehrheitlich im 2. Drittel der ersten Laktation. Mit abgeschlossenen 100-Tage-Leistungen zwischen 2.348 kg und 3.309 kg bringen sie überdurchschnittliche Leistung. Auffällig ist der durchwegs sehr gute Fett und Eiweißgehalt in den aktuellen Probemelken. Rosonn-Töchter sind mittel- bis großrahmige Tiere mit korrektem Becken. Lediglich in der Oberlinie kan eine leichte Schwäche festgestellt werden. In der Bemusklung entsprechen die Rosonn-Töchter der linearen Beschreibung, sie zeigen nur knapp durchschnittliche Ausprägung. Das Fundament ist der Töchter ist weitgehend korrekt. Im Gesamtbild stören die etwas mehr gewinkelten aber trockenen Sprunggelenke nicht. Eine straffe Fesselung und hohe Klauentracht runden das gute Bild der Fundamentvererberung der vorgestellten Tieren ab. Einheitlich überzeugend ist die Eutervererbung des Bullen, mit sehr gut angesetzten drüsigen Eutern, gehalten von einem deutlichen Zentralband. Herausgestellt wird von den Teilnehmern der Tour der harmonische Übergang des langen Voreuters in die Bauchdecke. Rosonn-Töchter sind mit lebendigen, gut beaderten Euter bei überwiegend tadelloser Strichplatzierung und Stellung ausgestattet. Ein Einsatz zur Verbesserung der Euterqualität ist zum empfehlen, die Entwicklung des einzigen Wermutstropfens im Prüfbericht des Bullens, des Zellzahlzuchtwertes, bleibt abzuwarten. Noch ist die Absicherung durch die Töchterleistung gering und die negativen Zahlen mütterlicherseits fließen mit in den Index ein. ROCHUS Als krönender Abschluß der Tour stand am folgenden Tag die Besichtigung von sieben Töchtern des aktuell als Testbullenvaters eingesetzten Rochen-Sohnes Rochus auf dem Programm. Sie befinden sich in der Mitte bis Ende der ersten Laktation und haben abgeschlossene 100-Tage-Leistungen zwischen 2.297 kg und 3.312 kg vorzuweisen. Wie bereits auf der Bullenparade am 1.Mai an den Vätern Rosonn und Rochus zu sehen, so zeigen auch die Töchter unterschiedliche Körperentwicklung. Rochus-Töchter sind nur knapp im mittleren Rahmen stehend, leichte, sehr elegante und entwicklungsfähige Jungkühe. In der Hüfte sehr breit, kann beim Becken zum Teil eine etwas spitz zulaufende oder auch abfallende Lagerung beobachtet werden. Die Bemusklung ist in der Hochleistungsphase nur knapp durchschnittlich. Eine Rochus-Tochter, die bereits zum zweiten Kalb trockensteht, zeigt die Entwicklungsfähigkeit der Tiere in diesem Merkmal. Der Fuß zeigt etwas mehr Winkelung, aber straffe Fessel und Tracht. An zwei Töchtern ist die Verbesserung im Fuß, vor allem in der Fessel, im Vergleich zur Mutter sehr deutlich. Einzig eine leichte Tendenz zu hackenenger Beinstellung bei einigen Töchtern gefällt weniger. Einheitlich überzeugend ist der Zuchtfortschritt durch Rochus-Einsatz im Euter. An drei Töchter sieht man im direkten Vergleich zur Mutter eine enorme Verbesserung in allen Eutermerkmalen. Alle Rochus-Töchter bestechen durch kleine, bestens ausgeprägte Euter mit straffem Sitz. Strichstellung und Platzierung runden das imposante Gesamtbild ab. Rochus bringt leistungsstarke, umsatzbetonte Töchter und ist der ideale Partner für den schweren, derben Fleckviehtyp. Seine Mutter war 2004 mit einer Leistung von 13.313 kg Milch bei 4,88 % Fett und 3,86 % Eiweiß an 5. Stelle in Bayern.  |  | Rochus | Rochus-Tochter Reike | |