Home
Portrait
Fleckvieh
Braunvieh
Holstein
Zuchtwerte
Fleischrassen
Kataloge
Information
 Aktuelles
03.02.2012 08:09
Katalog: Braunvieh Top Sires 2012

wir freuen uns, Ihnen den neuen Katalog mit den Braunvieh...

[mehr]
20.01.2012 08:17
Stellenangebot SPERMEX GmbH

Gesucht: Agraringenieur/in (m/w)

oder vergleichbarer...

[mehr]
 
 Termine
03.03.2011 11:48
RBW-Schau 2012

10.-11.03.2012 Ilshofen

[mehr]
23.03.2010 13:00
Braunviehschau 2012

31.März - 01. April 2012

[mehr]
   
 

Home / Zuchtwerte / Braunvieh / Bullenportraits / Juleng und Juhus
 

Am 04.05.2009 wurden mit den Besamungsorganisationen Memmingen und Greifenberg Nachzuchtbesichtigungen der Bullen Juhus 351615 und Juleng 342640 durchgeführt, an denen auch Gäste aus der Schweiz und Italien teilgenommen haben. Beide Bullen sind bereits seit einiger Zeit im Einsatz und werden auch international stark nachgefragt.

 JUHUS

 JULENG


 

JUHUS 351615

 

Im Einzugsgebiet der Rinderbesamungsgenossenschaft Memmingen wurden 9 Töchter vom Bullen Juhus in 7 Betrieben besichtigt. Die Betriebe deckten im Herdenniveau ein breites Spektrum von unter 7.000 kg bis 9.000 kg Milch ab, so dass ein angemessener Querschnitt zu sehen war. Die Juhus-Töchter befanden sich in sehr unterschiedlichen Laktationsstadien: Eine im mittleren und vier im letzten Laktationsdrittel, zwei Kühe standen trocken und zwei weitere hatten bereits zum zweiten Mal gekalbt. Die bereits abgeschlossenen 305-Tage-Leistungen lagen im Durchschnitt bei etwa 6.800 kg Milch.

 

Trotz des unterschiedlichen Laktationsstandes präsentierten sich die Juhus-Töchter sehr einheitlich im Typ. Es handelte sich überwiegend um gut mittelrahmige Kühe im feineren Milchtyp, die aber von zwei Ausnahmen abgesehen genügend Stärke in der Vorhand aufwiesen. Die breit genug angelegten Becken waren zumeist eben. In der Oberlinie zeigten alle Kühe leichte, aber nicht gravierende Schwächen. Die Hinterbeinwinkelung war korrekt, und vor allem die parallele Stellung von hinten konnte gefallen. Die Sprunggelenke waren zumeist trocken und die Fesseln sehr korrekt. Die Klauentrachten waren durchschnittlich bis hoch ausgeprägt. Die überwiegend hoch angesetzten Euter gefielen durch ihre Drüsigkeit und vor allem durch die sehr gute Strichstellung und -länge. Die Voreuter waren korrekt angesetzt, variierten aber etwas in der Länge. Die Hintereuter waren zum größten Teil hoch genug angesetzt, hätten aber etwas breiter sein dürfen. Am Nachmittag wurde mit den Besuchern aus der Schweiz noch eine weitere Juhus-Tochter angeschaut, die nach deren Meinung die kompletteste auf der gesamten Tour war und das positive Bild über die Juhus-Nachzucht abrundete.

 

 

 JUHUS - Tochter Lissi

 JUHUS - Tochter Dora

JUHUS - Tochter Hanni 

 

Insgesamt haben die besichtigten Juhus-Töchter das lineare Beschreibungsdiagramm sehr gut wiedergegeben. Auffällig war, dass sie gegenüber den zum Teil noch auf den Betrieben stehenden Müttern und zu den Stallgefährten deutliche Verbesserungen in allen Hauptmerkmalen aufwiesen. Außerdem bestätigte sich bei den gesehenen Kühen die gute Persistenz, die bei den vergangenen beiden Schätzterminen zu einem massiven Anstieg des Milchzuchtwertes bei Juhus führte. Die Melkbarkeit wurde durchwegs als gut angegeben. Alle Besitzer verwenden Juhus im Wiedereinsatz, was deutlich für die Qualitäten des Bullen spricht. Juhus bietet sich zur nachhaltigen Verbesserung der Inhaltsstoffe bei sicherem Leistungspotenzial an. Insbesondere die Fundamente und der Euterboden sowie die Strichausbildung werden verbessert. Im Bereich der Fitnessmerkmale fallen bei Juhus besonders die sehr gute Eutergesundheit bei guter Melkbarkeit auf. Bei der Anpaarung ist auf eine gute Beckenneigung und eine straffe Oberlinie zu achten. Für Rinderbesamungen ist Juhus nicht geeignet.

 

JULENG 342640

 

Juleng ist neben Huray der aktuell am meisten nachgefragte Bulle der Besamungsstation Greifenberg. Die auf der Tour besichtigten 7 Töchter standen im Gebiet Seeg-Rosshaupten-Peiting. Das Herdenniveau der Herkunftsbetriebe lag bei ca. 7.400 kg Milch. Vier der Juleng-Töchter konnten bereits mit dem zweiten Kalb besichtigt werden, zwei standen am Ende der ersten Laktation, und eine Jungkuh befanden sich im zweiten Laktationsdrittel. Die bereits abgeschlossenen 305-Tage-Leistungen lagen bei 5 Kühen oberhalb von 7.000 kg Milch, also bereits in der ersten Laktation im Bereich des Herdenniveaus. Eine Kuh fiel mit einer schwächeren Erstlaktation etwas ab.

 

Die Juleng-Töchter präsentierten sich sehr uniform als gut mittelrahmige bis großrahmige Kühe mit viel Kaliber, d.h. mit viel Stärke in der Vorhand und einer guten Rumpftiefe. Bei soviel Kraft könnte man leicht mastige Typen erwarten. Dies war jedoch bei den gesehenen Juleng-Töchtern nicht der Fall, die über Hals, Schulter und Rippe einen guten Milchadel zeigten. Beeindruckend war auch die sehr straffe Oberlinie. Die Hinterbeinwinkelung war überwiegend korrekt, aber mit leichter Tendenz zu mehr Winkel. Die Sprunggelenke kamen nicht immer ganz klar heraus. Bei Fessel und Trachten konnte eine leichte Abweichung zur linearen Beschreibung beobachtet werden: Während die Fesseln zumeist straff genug waren, hätten die Trachten vereinzelt höher sein können. Die Euter zeigten sich sehr drüsig mit mittlerem Volumen. Im Zentralband variierten die Juleng-Töchter etwas. Dagegen waren die Voreuter von einer Ausnahme abgesehen sehr lang und fest angesetzt. Die Hintereuteraufhängung lag sowohl in Höhe als auch Breite im durchschnittlichen Bereich. Die Striche waren korrekt angesetzt, teilweise aber etwas länger als erwünscht.

 

 JULENG - Tochter Gevi 2. Laktation

 JULENG - Emma 1.Laktation

  JULENG - Emma 2.Laktation

 

Auch die besichtigten Juleng-Töchter haben das Balkendiagramm mit einer leichten Differenz bei Fessel und Klauentracht sehr gut wiedergegeben. Die Juleng-Töchter fielen in den Betrieben vor allem mit ihrer beeindruckenden Substanz auf. Gegenüber den Müttern waren Verbesserungen im Rahmen und im Euter zu registrieren. Bei den längeren Strichen ist zu berücksichtigen, dass auch die noch lebenden Mütter längere Zitzen hatten. Die Melkbarkeit wurde von allen Besitzern als sehr gut angegeben. Juleng, der seit Dezember 2008 auch mit gesextem Samen zur Verfügung steht, vererbt sehr viel Rahmen und Substanz sowie eine hervorragende Oberlinie. Die Milchmenge wird bei neutraler Inhaltsstoffvererbung verbessert. Gleiches gilt für die Melkbarkeit. Bei der Anpaarung ist auf trockene Sprunggelenke und korrekte Strichlänge zu achten. Nebenbei ist zu erwähnen, dass bei Juleng auch die männlichen Kälber wieder einen Wert bekommen. Auf Grund der sehr guten Abkalbezahlen bietet sich Juleng für Rinderbesamungen an. Neben der Reinzucht halten wir Juleng auch in Kreuzung auf Holsteins, Rotvieh und Jerseys für eine hervorragende Alternative.

 

Wir danken den Mitarbeitern der Besamungsstationen Memmingen und Greifenberg für die gute Organisation der Nachzuchttour und den Betrieben für die Präsentation ihrer Kühe.